Herzensangelegenheit in Papierform

Die letzten Jahre habe ich mich publizistisch dem Thema des Scheiterns gewidmet. Drei Bücher („Die Kraft des Scheiterns“, „Die Aufwärtsspirale“ und „Ein Irrer schreitet die Parade ab“) sind im Zeitabschnitt von 2008 bis 2013 zu

Signalwirkung!

Vor einigen Monaten bin ich zu Gast im Salzburger Nachtstudio von Ö1 gewesen. Interessanterweise hatte die Sendung ein freier Journalist aus Köln gestaltet, der das Thema „Scheitern“ für sich und nach seiner ausgiebigen Recherche auch mich

Ein Fest fürs Leben

„Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst“, schrieb Ernest Hemingway in seinem letzten Buch „Ein Fest fürs Leben“. Die

Auswahlslos

Die Leser meiner kleinen Kolumne haben sicher schon mit Spannung darauf gewartet, dass ich meine Gedanken zur aktuellen politischen Situation in der Alpenrepublik artikuliere. Ein Stopover in Abu Dhabi lässt mich bei einem gepflegten Glas Rotwein

Existenzsicherung

Kennen Sie das, wenn Sie gedanklich irgendwo dahinsurfen und plötzlich wird diese, sagen wir Denkleistung, durch eine Information durchbrochen. Gerade ging es mir so. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wonach ich in den Weiten des World Wide Web

Fo(ö)rderungskultur

Die Begrifflichkeit “Willkommenskultur” kann ich schon nicht mehr hören. Wir heißen pauschal zwar alle willkommen, wissen aber nicht einmal, wen wir damit ganz konkret meinen. Ein interessanter Zugang ist das. Würden Sie Ihnen unbekannte,

Politik der Schande! (Teil 2)

Ich kann dieses Gerede und die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der gesamten Asylpolitik wirklich nicht mehr hören. Und schon gar nicht die Wortmeldungen jener Heuchler im politischen Rang, die über 70 tote Kinder, Frauen und Männer benötigen,

Zur Lage der Nation oder so…

Meine Mutter bedauerte bei unserem jüngsten Zusammentreffen, dass ich im Gegensatz zu früheren Zeiten kaum mehr Blogs zu politischen Themen schreibe. Ich entgegnete, dass es eine Überbewertung vieler unserer Volksvertreter wäre, sie und ihr

Freiheitspflicht!

Kurz vor Ende des letzten Jahres, einige Tage vor Weihnachten, bin ich Gast bei einem interessanten Gedankenaustausch gewesen. Geladen hatte eine honorige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in seine Büroräumlichkeiten in der Wiener

Konsequenz, Herr Greber!

Man stelle sich vor, ein Politiker würde seine missglückten Formulierungen mit den Worten “Sie sind in der Eile der Produktion ungeschickt verfasst worden und können leicht missverstanden werden.” dem Volk erklären. Die Medienmeute würde

Menschenrechtlicher Braindrain

Dass die frühere Justizminsiterin Claudia Bandion-Ortner eher zur Fraktion der politischen Intelligenzallergiker gehört, hat sie schon in ihrer kurzen Amtzeit eindrucksvoll bewiesen. Einzige in Erinnerung gebliebene Maßnahme, einer als Belohnung

Sklavenaufstand

„Wir werden als Originale geboren“ wie der englische Dichter Edward Young (1683–1765) schon im 18. Jahrhundert notierte, „sterben aber als Kopien“. Ein Zitat, das in einer Zeit, in der alles nach Gleichförmigkeit zu

Wider den Krieg!

An manchen Debattenbeiträgen von mir mag ich besonders, wenn mir Leute eine Nachricht oder Botschaft über einen dieser vielen Informationskanäle senden, um mir mitzuteilen, dass sie dem Grunde nach meiner Meinung sind, dies aber nicht öffentlich

Runter von der Couch!

Manchmal denke ich daran, in einen entlegenen Winkel Ecuadors, in das auf 1.600 Metern Seehöhe gelegene Dorf Vilcabamba zu übersiedeln. In dieser ursprünglichen und von Mythen umwobenen Gegend, die man auch das Tal der Hundertjährigen nennt, ist

Federvieh wider die Lethargie

Der März dient ja im allgemeinen dazu, dem Winter endgültig ade zu sagen und sich auf den nahenden Frühling vorzubereiten. Wenngleich man sich dieser Tage nicht sicher sein kann, ob er schon hier oder doch schon wieder weg ist. Im März 1938 sind

Die Wüste lebt!

Seit ich auf Erfindermessen erstmals näheren Kontakt mit Forschern aus dem arabischen Raum hatte, musste ich mein Bild von Mensch und Fortschritt aus diesem Kulturkreis erheblich relativieren. In Brüssel etwa präsentierten mir zwei in einem

4.403.296.000

Wenn es möglich ist, dass eine kleine Beamtin in einer österreichischen Provinz in „wirklichem Geld“ über 4 Milliarden Schilling verzockt, dann bleibt einem schon der Mund offen! 4.403.296.000 Schilling sind jene 320 Mio. Euro, die irgendwo

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Wenn es triste Dinge im Leben gibt, dann sind es späte Abende in einer Hotellobby. Egal ob Luxusherberge oder Absteige, in jeder Ecke sitzen irgendwelche Menschen alleine, keiner redet mit dem anderen, jeder nur mit seinem Blechtrottel in Form

Ich will fahrn …

“Und kost’s Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal, es wird schon gehen, ich will fahrn, ich will fahrn, ich will fahrn”. So lautet eine Textzeile des Liedes “Ich will Spaß“ – ein Hit, der 1982 insgesamt 24 Wochen die Nummer 1 in

Wir brauchen einen moralischen Neuanfang!

Heute ist wirklich ein irgendwie unterhaltsamer Tag. Zuerst schreibt mir ein lieber Freund aus Bonn eine Mail mit folgendem Inhalt: “Wenn ich mir so manche Dinge in Österreich ansehe, frage ich mich ernsthaft, ob es so etwas nur in Österreich

Gute Genesung, liebes Sparpaket!

Als ich heute Morgen die Details des Sparpakets der Österreichischen Bundesregierung in den Medien nachgelesen habe, machte ich mich daran, ein paar Anmerkungen dazu niederzuschreiben. Es wird Sie nicht sonderlich überraschen, dass es wenige Worte

Amnesie beim Tango Korrupti

Österreich ist ein gutes Land! Und wenn man vom manchmal unfreundlichen Klima und dem fehlenden Meerzugang absieht, für mich der perfekte Platz zum Leben. Ich bin im Laufe eines Jahres sehr viel unterwegs und jedes Mal wenn ich heimkomme, denke

Gedankensplitter über den schnöden Mammon

Liegt da etwa Revolution in der Luft? Oder zumindest Reflektion? Oder ist es doch nur die nackte Verzweiflung? Quergelesen: Der Spiegel brüllt mir in seiner aktuellen Ausgabe „Gelduntergang!“ entgegen. Und in der FAZ räumt der Tempelritter des

60 Prozent

Andreas Treichl hat sich also für seine „Blöd und feig“-Aussage entschuldigt. Wäre nicht nötig gewesen, finde ich. Sophie Karmasin hat heute eine Umfrage veröffentlicht, wonach 60 Prozent der Österreicher dem Erste Bank Chef beipflichten.

Bausparer-Soul?

Wir sind Nadine! Wer es noch nicht wusste, dem hat es die ORF-Sendung Thema in der gestrigen Nachbetrachtung des Eurovision Song Contests noch einmal so richtig unter die Nase gerieben. Inklusive gerührter Beiler-Omi und Remmidemmi am Inzinger

Widerwärtig!

Die Verhaftung von Gottfried Küssel und Konsorten war längst überfällig. Allzu dreist hat sich die Nazi-Szene in den letzten Jahren eingenistet, sich entspannt ihrer Selbst-PR gewidmet, zuletzt auf der schnell wieder gesperrten Website

Fehler im System

Es muss Ende der 70er Jahre gewesen sein, ich war noch grün hinter den Ohren, als Bruno Kreisky im Zuge des Wahlkampfs, meine Geburtsstadt Köflach besuchte. Gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Großmutter pilgerte ich, wie viele andere Bewohner

Pjöngjang am Küniglberg

Gott sei Dank! Ich hatte schon befürchtet, die österreichischen Journalisten würden weiter in der Schockstarre verharren. Aber eine Woche nach dem Scherbengericht am Küniglberg verleihen einige ORF-Mitarbeiter endlich doch noch ihrem Entsetzen

Ein Hausbrand für Ulrich Wickert

Der langjährige Anchorman der ARD-Nachrichtensendung Tagesthemen, Ulrich Wickert, wagte 1984, während seiner Zeit als Leiter des Pariser ARD-Studios, einen spektakulären Selbstversuch. Ohne auch nur ein einziges Mal nach rechts oder links zu

Eine von zwanzig

Schön langsam werde ich ungeduldig. Die Arbeiterkammer Wien untersuchte im Februar 2010 zum wiederholten Mal den Anteil von Frauen in den Geschäftsführungen und Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen Österreichs. Und jetzt kommt´s:

Topfpflanzen für den Wirtschaftsprüfer

Vor kurzem stieß ich auf eine Liste des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, Abteilung Gewerberecht. Auf 25 A4-Seiten werden in diesem Papier freie Unternehmenstätigkeiten aufgelistet, hier ein kurzer Auszug: Abdecker Abdichter

Catos Farewell

„Der Kaiser ist tot, es lebe der Kaiser!“, mag nach dem Ableben von Hans Dichand wohl so mancher laut ausrufen. Denn der größte Medienzar dieses Landes war zweifellos ebenso umstritten wie begnadet. Übervater eines mächtigen Medienhauses,

Hirnregen

„Ach liebe Frau! sagte ich ihr, in unserem Lande ist es sehr frostig und feuchte, unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter.“, beklagte Heinrich Heine einst in seinen Reisebildern. Angesichts der Regenmengen der letzten Tage und

You German, you Hitler-Nazi!

Am Wochenende beherrschte neben der Kongressabstimmung über Obamas Gesundheitsreform eine rückwärtsgerichtete Debatte das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Michelle McGee, die Frau, die Sandra Bullock den Mann abspenstig machte, schockte mit

Darwin in Karenz

So. Jetzt haben wir wieder 364 Tage Ruhe. Alice Schwarzer brachte es gestern in einem Interview auf den Punkt: „Schaffen wir ihn endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen,

Ecken und Kanten

Letzte Woche starb Johanna Dohnal. Eine große Politikerin, eine Querdenkerin, vielleicht eine Querulantin. Aber eine, die durch ihren Quergeist in ihrer Ära als „Ministerin für allgemeine Frauenfragen“ Dinge bewegte und die im

Schwein gehabt!

Bei unseren grünen Freunden geht es in diesen Tagen recht schweinisch zu. Jörg-Martin Willnauer, sie wissen schon, der Kabarettist, der die steirischen Grünen in die Landtagswahlen 2010 führen soll, wollte im Rahmen seiner Präsentation auf

Das Christkind wohnt im Audimax

Die ersten Weihnachtsmärkte haben aufgesperrt, die Punschstände finden regen Zulauf und auch an den österreichischen Universitäten werden schon eifrig Briefe an das Christkind geschrieben. Ganz oben auf den Wunschzetteln: „Bildung für

Gleicher als gleich

Wenn ich in den letzten Tagen und Wochen das Amtsverständnis hochrangiger österreichischer Politiker beobachte, fühle ich mich eher in der Endlosschleife einer Nestroyposse, denn in einem Rechtsstaat. Hauptcharaktere: Ein Landeshauptmann, der

Was Fakt ist, ist wurscht

Die Sache wurmt mich einfach. Ich meine die Causa Zilk. Der Akt der tschechoslowakischen Staatspolizei ist gefunden, 1968 hat die Stapo festgehalten, Zilk sei „kein Agent“, sondern ein „Informator“ für die CSSR gewesen.