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Schwein gehabt!

Bei unseren grünen Freunden geht es in diesen Tagen recht schweinisch zu. Jörg-Martin Willnauer, sie wissen schon, der Kabarettist, der die steirischen Grünen in die Landtagswahlen 2010 führen soll, wollte im Rahmen seiner Präsentation auf seine ländlichen Wurzeln verweisen und verpackte die Message recht anschaulich: „Ich habe beim Sauschlachten das Blut gerührt”, erfuhr man da vom deutschen Wahl-Steirer. Hört, hört! Bitte, da tun sich doch Abgründe auf! Was sagt dazu wohl die Bundesspitze, die sich derweil in Wien intensiv der Schnitzelproblematik verschrieben hat. („Das tägliche Schnitzel ist ungesund und klimafeindlich“ lautete ja eine der 30 visionären Zukunftsthesen, die die grüne Bewegung jüngst erdacht hat.) Und welche Sauerei folgt als nächstes? Fordert Frau Haidlmeier einen Diskriminierungsausschuss für die ringelschwänzigen Nutztiere, um die Verwendung des Terminus „Schweinegrippe“ per Gesetz zu untersagen? Und vor allem: Habt Ihr keine anderen Sorgen?

Die Geschichte mit dem Schnitzel macht einmal mehr deutlich, wie abgehoben und zynisch die Grünen mittlerweile geworden sind. Liebe Frau Glawischnig, sind Sie in Ihrem Bobo- und Adabeikreisen schon so fernab jeglicher Realität, dass Ihnen nicht bewusst ist, dass es in Österreich Menschen gibt, die sich ein ganzes Monat kein Schnitzel leisten können? Wachen Sie auf: Die wirklich wichtigen Themen sind nicht  Fahrradfahren, öffentlicher Raum und schöne alternative Unterrichtsmodalitäten in kleinen Klassen. Die wichtigen Themen der Gegenwart heißen Arbeitsmarkt, Wirtschaftskrise, Verteilungsgerechtigkeit. Das müssen auch die Grünen erkennen, wollen sie in einer künftigen poltischen Landschaft in Österreich noch irgendeine Rolle spielen. Die Menschen setzen laut einer derStandard.at-Umfrage in Anbetracht der Wirtschaftskrise wieder mehr Vertrauen in Parteien, PolitikerInnen und Institutionen. Die Partei, der am meisten Vertrauen ausgesprochen wird, ist die ÖVP von Josef Pröll, (mit Respektabstand) gefolgt von der SPÖ. Und die Grünen? Gerade noch vor der FPÖ, mit katastrophal schlechten Werten. 33 % der Befragten sind der Meinung, dass die Grünen sicher kein Zukunftskonzept besitzen. Die Grünen schaffen einfach nicht mehr, Inhalte zu vermitteln. Mehr noch: Sie kommen gar nicht mehr an ihre Klientel  ran. Da denkt man fast wehmütig zurück an kratzige Strickpullover, trotzige Aubesetzer und ehrliche Rauschebartträger a la Kaspanaze Simma. Denn die waren zumindest authentisch.

Bei ihrem Zukunftskongress wollten Sie „Das Ermüdende an der Politik” beseitigen und genau das Gegenteil ist der Fall. Ein elitärer Führungszirkel, Zynismus und Apparatedenken beherrschen  die Szene. Spin Doktoren und “Hofstaaten” ziehen im Hintergrund die Fäden. Eine klare Linie ist da nicht erkennbar. Der kritische Blick in die eigenen Reihen wird getrübt von völliger Humorbefreitheit. Was da als kontroversielle Ideen verkauft wird, ist einzig ein Suhlen in Eigenlob und Selbstgerechtigkeit. Das ist das wirklich Ermüdende. Und genau das ist der Stoff, aus dem Wahlniederlagen gemacht werden. Das Ergebnis sehen wir jetzt schon: Es gibt in Österreich keine wählbare Linkspartei mehr! Und das ist die wirkliche Schweinerei!

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