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Clowns zum Frühstück

Eines meiner Lieblingsbücher ist „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick. Die letzten Sätze dieses fantastischen Buches lauten: „Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick. So hoffnungslos einfach ist die Lösung.“ Ich finde das großartig und tue konsequent jeden Tag alles Notwendige um den Zustand des Glücklichseins herzustellen. Lachen zum Beispiel! Unlängst bin ich draufgekommen, dass der Welttag des Lachens der 1. Mai ist, mein Geburtstag! Liegt es möglicherweise daran, dass ich so ein sonniges Gemüt bin? Aber es soll hier nicht um meine Wenigkeit gehen.

Wenn ich durch die Straßen gehe und in die Gesichter der Menschen schaue, frage ich mich oft: Was ist los? Verbietet es die politische Korrektheit, dass wir alle auch die freudigen, die lustvollen Seiten an uns zeigen? Darf man in Zeiten von Umweltkatastrophen, Kriegen, Wirtschaftskrise und Erderwärmung nicht mehr fröhlich sein? Muss man sein seinen Job abarbeiten, seine Kollegen im Büro bestenfalls ignorieren und nur darauf warten, dass einer von ihnen einen Fehler macht, damit man ihn in die Pfanne hauen kann? Sind private Freundschaften oder Beziehungen auch nur mehr davon bestimmt, sich möglichst viel an Freizeitstress abzuverlangen, weil der Genuss des Lebens in einer leistungsorientierten Gesellschaft nicht sein darf. Darf man nie aussprechen, was man sich denkt? Muss man alles runterschlucken, bis das Magengeschwür die Oberhand bekommt? Glauben wir ernsthaft, dass es der Gesellschaft gut tut, wenn eine der wenigen Branchen mit zweistelligen Wachstumszahlen die Burnout-Industrie ist? Sollten wir nicht öfter sprichwörtlich die Sau raus lassen, um uns von all dem geistigen und seelischen Unrat zu befreien.

Hand aufs Herz, realistisch betrachtet ist eine Wiederholung des Lebens nicht sehr wahrscheinlich. Und der Tod ist definitiv nicht optional. Was bleibt uns also übrig, als dem Leben ins Gesicht zu lachen, es als Geschenk zu sehen und in vollen Zügen auszukosten? All jene, denen meine Ausführungen zu oberflächlich sind, sollten einfach losrennen und so lange laufen, bis sie einen Clown gefunden haben, den sie zum Frühstück verspeisen können. Einer meiner wirklichen Freunde tut das täglich. Und hält mit dieser positiven Lebenseinstellung perfekt die Balance zwischen Verantwortung und Freude. Das ist eine gute Formel finde ich. In diesem Sinne, alles Gute zu deinem heutigen Geburtstag, lieber Klaus! Mögen auch in diesem Jahr zahllose Clowns auf deinem Frühstückstisch landen!

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