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Aufruf zur Licht-aufgeh-kette!

Seit letzten Samstag ist Graz ein weniger besser geworden. Wir verdanken diesen Umstand dem Personenkomitee „Lichter gegen rechts“. Die haben nämlich dazu aufgerufen,  mit Fackeln auf den Schlossberg zu marschieren und dagegen zu sein. Heiligenschein bitte nicht vergessen! Weil´s nämlich so nicht geht. Da könnt ja jeder kommen. Zum Beispiel die Blauen, die am vergangenen Wochenende die steirische Bundeshauptstadt heimsuchten, um ihren ordentlichen Parteitag dort abhalten. Die Initiative sorgte dafür, dass die 200.000-Einwohner-Metropole leergefegt war wie sonst nur beim Champions League Finale.  Na gut, es waren letztlich nur 250 Leute, die gekommen sind. Aber was zählt, ist der Wille.
Unter www.lichtergegenrechts.at kann man die zentralen Forderungen nachlesen, die den fortschrittlichen Menschen auszeichnen und die Trennlinie zu den ewig gestrigen Rechten bilden. Also, ein guter Mensch ist, wenn er für ein respektvolles Miteinander eintritt, wenn er sich für menschenwürdige Behandlung eines jeden Individuums stark macht, wenn er Freude an der Vielfalt hat, wenn er hinschaut statt wegschaut und wenn er und natürlich auch sie ehrlich diskutiert.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich verabscheue jegliches rechtslastige Gedankengut. Es ist mir zuwider. Immer schon. Und dabei wird´s auch bleiben. Ich will auch niemandem zu nahe treten, auch nicht den ehemaligen Würdenträgern und aktuellen Reformkräften des Guten, die sich für diese Initiative stark machen. Aber warum macht ihr nicht einmal eine Lichterkette, um die amtierende politische Kaste darauf hinzuweisen, was alles in diesem Land falsch läuft? Wieso demonstriert ihr nicht gegen die Politik des Herrn Faymann, des Herrn Spindelegger, des Herrn Voves und anderer Entscheidungsträger? Was kann Strache für die Kürzungen im Sozialbudget, die im Grunde nur eine Politik der Feigheit dokumentieren? Gespart wird auf Kosten jener, die keine Lobby haben. Wo sind da die Roten, in deren Verantwortung all diese Maßnahmen liegen? Kleinlaut reden sie sich dann auf Koalitionszwänge aus, um diese unsagbare Politik zu rechtfertigen. Was kann Strache für die fehlende Ausländerpolitik? Wenn man heute in Wien durch Ottakring geht oder in Graz durch den Bezirk Gries, wird das politische Versagen von Jahrzehenten sichtbar. Die jahrelange Strategie, Migranten aus dem Stadtbild der Reichen und Schönen fernzuhalten und die Ghettobildung zu forcieren, sorgt dafür dass sich heute oft die Einheimischen als Fremde fühlen. Was kann der Herr Strache dafür? Gar nichts, er presst seinen Finger auf die Wunde des politischen Versagens der sogenannten Altparteien. Strache ist deswegen stark, weil die anderen so schwach sind. Dieses Verhältnis muss umgedreht werden. Ein Neubeginn wäre dringend notwendig, vor allem bei jenen, die für ihr politisches Versagen immer die anderen verantwortlich machen!

Also liebe Kerzenträger, Euer Engagement in Ehren, aber wie wäre es das nächste Mal mit einer Licht-aufgeh-kette! Damit den Leuten endlich dämmert, wie blöd sie sich verkaufen lassen! Gehen wir auf die Straße gegen die Dummheit, die Verlogenheit, die Chuzpe, die Feigheit, die Tatenlosigkeit! Protestieren wir gegen die Trägheit und Fantasielosigkeit der Politiker, die im Namen der Stimme immer nur einen Millimeter am Bestehenden entlang denken, statt mutige Schritte zu setzen. Denn da liegt der wahre Änderungsbedarf in diesem Land.

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