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Vertrauen

Zum zweiten Mal in diesem Jahr habe ich das Bedürfnis, einem besonderen Menschen aus meinem Umfeld einen Blog zu widmen. Mein Freund Klaus wurde im Juni damit beschenkt, heute folgt ein weiteres Geburtstagskind, ein Mensch, dem ich unbedingt öffentlich Danke sagen möchte. Wir arbeiten mittlerweile seit acht Jahren zusammen. Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung im Café Ritter auf der Mariahilfer Straße. Ich suchte damals eine Redakteurin für ein wichtiges Projekt. Wir hatten unglaublich viele Bewerber für diesen Job. Meine Gesprächspartnerin im Schanigarten des traditionsreichen Wiener Cafés fiel irgendwie komplett aus der Reihe. Sie hatte Witz, gab kecke Antworten auf meine sinnlosen Fragen und machte dabei einen völlig unkomplizierten Eindruck. Die Würfel waren schnell gefallen. Aus dem einen Projekt wurden seither unzählige. Und vieles haben wir miteinander ausgetüftelt und zu Papier gebracht.

Ich denke gerade darüber nach, warum mir die Arbeit mit “IHR” so große Freude bereitet. Sie ist gebildet, am Leben und an den Menschen interessiert, sehr präzise in ihren Formulierungen, hat Witz, ist loyal. Zudem lässt sie die angenehmen Seiten des Lebens nicht zu kurz kommen. Das verbindet. Unsere Arbeitsweise ist von großem Respekt und guten Umgangsformen geprägt. Wir siezen uns zum Beispiel heute noch – manchmal. 😉 Viele meiner Gedanken und Ideen bespreche ich zuallererst mit ihr. Sie weiß immer, welche Fragen mich gerade beschäftigen oder welche Erlebnisse mein Leben bewegen. Sie reflektiert meine Worte, fügt eigene Ideen dazu, bringt meine Gedanken auf den Punkt. Dieser Austausch hat einen ganz besonderen Wert für mich. Und auf dieser Basis arbeiten wir seit Jahren, es ist eine Basis des absoluten Vertrauens.
2011 war auch das Jahr der Vertrauenskrisen, die Desorientierung der Menschen steigt. Wem kann man noch vertrauen? Dem Staat, den Banken, den Institutionen? Den Bürgern reicht es, Wutbürger heißt der zu Mensch gewordene Reflex. Empört Euch! So lautet ein Essay des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers Stéphane Hessel, welcher Menschen auffordert, endlich Position zu beziehen. Vertrauen ist ja irgendwie ein Schmiermittel der Gesellschaft und wenn es fehlt, ist die immer größer werdende Distanz zwischen Staat und Gesellschaft das Ergebnis. Das ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite ist die, dass das Vertrauen nicht delegiert werden kann, es muss gelebt werden, in der Familie, mit Freunden, im Beruf.

Der deutsche Lyriker Matthias Claudius sagte einmal “Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.” Meine liebe CPK feiert heute den letzten Geburtstag in ihrem wilden Jahrzehnt, bevor sie dann 2012 erwachsen wird. Liebe CPK, vielen Dank für die viele tolle Arbeit, die Du leistest. Es sollte mehr aus Deinem Holze geben! Die Welt wäre geistreicher und wesentliche Dinge würden öfter mal besprochen und auf den Punkt gebracht werden. In diesem Sinne, genießen Sie Ihren heutigen Festtag und bleiben Sie mir gewogen!

Herzlichst,

Ihr GS

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