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Grüne VerarscherInnen

Im Statistiktool meiner Homepage sehe ich, welche Beiträge auf meiner Internetseite gelesen werden und kann daher gut nachvollziehen, was sozusagen auf meinen Seiten “IN” beziehungsweise “OUT” ist. Gerade vorhin entdeckte ich, dass in den letzen Tagen ein Blog aus dem Jahr 2010 mit dem Titel Grüner Sündenfallerneut sehr häufig nachgelesen wurde. Die Wiener Landtagswahl 2010 war gerade geschlagen und ich ärgerte mich damals – wie viele andere Wähler auch – über “Die Grünen” in der Bundeshauptstadt. Was war damals geschehen? Ich darf mich an dieser Stelle selbst zitieren 🙂 “Der konzeptlose Führungskader einer Partei spannt sich das alte Schlachtross Van Der Bellen vor den Karren. Gute Idee eigentlich, und sie geht prompt auf. Bei der Wahl am 10. Oktober kann das grüne Urgestein 11.952 Wähler für sich einnehmen und gelangt damit vom eigentlich unwählbaren Platz 29 der Grünen Landesliste auf Platz 1 – ein Novum bei den Wiener Wahlen. Kaum war klar, dass er sein Ziel erreicht hatte, zeigt genau dieser Van der Bellen knapp 12.000 Leuten den Stinkefinger! Dass er während des Wahlkampfes nie klargestellt hat, dass er ein Mandat für den Wiener Landtag nicht annehmen werde, ist doch jetzt Nebensache…” Der Grüne Herr Professor, die bislang einzig charismatische Persönlichkeit der leider zur Verbotspartei mutierten Bewegung, hat damals der eher mäßig begabten Spitzenkandidatin Maria Vassilakou die Wahl gerettet, die sonst noch desaströser verlaufen wäre, kann zusammenfassend festgehalten werden. Der kleine Exkurs dient zur geschichtlichen Auffrischung der damaligen Ereignisse.

Nutznießer dieser Grünen Wählertäuschung war ein Jugendarbeiter aus Wien Alsergrund mit dem Namen Senol Akkilic. Der Bezirksmandatar der Grünen, mit kurdischem Migrationshintergrund, landete damals im Wiener Gemeinderat, da Van Der Bellen sein eben gewonnenes Mandat nach der Wahl kurzerhand wieder zurückgab. Diese eigenartige Form von Demokratieverständnis ist damals vielen Wählern sauer aufgestoßen. Dass jetzt aber Senol Akkilic jene irreführt, die zuerst uns Wähler verarscht haben, ist schon ein unterhaltsames Detail dieser Geschichte, das es wert ist in Erinnerung gerufen zu werden. Die andere Dimension der Aktion ist, wie die Wiener SPÖ ihren eigenen Koalitionspartner hinterrücks aushebelt und schlicht und einfach einen Mandatar einkauft, um so eine längst nötige Wahlrechtsreform zu verhindern. Es sagt vieles über die desavouierten Grünpolitiker aus, dass diese weiterhin an der Koalition unter Führung von Stadtchef Michael Häupl (übrigens: coole Aktion, Herr Bürgermeister!) festhalten. Wer nach so einem beispiellosen Akt der politischen Demütigung keine Konsequenzen zieht, der leidet entweder unter dem Stockholm-Syndrom, demzufolge sich Opfer mit ihren Tätern solidarisieren, oder akzeptiert, dass die Optometrie des  Führungskaders durch den getrübten Blick in den türkischen Kaffeesud massiv beeinträchtigt ist. Politische Gründe können es nicht gewesen sein, weil in diesem Kompetenzfeld die Grünen in den letzten Jahren die wenigsten Spuren hinterlassen haben. Bleibt zu hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler den roten Demokratieverweigerern und den grünen VerarscherInnen eine ordentliche Rechnung bei der bevorstehenden Wahl im Herbst präsentieren. Dass der politische Mitbewerb dem Wahlvolk keine wirklich wählbare Alternative aufzeigt, ist bedauerlicherweise eine andere Geschichte.

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