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Lernen von Onkel Frank!

Was hat sich heute an Spott und Häme über den Auftritt von Frank Stronach in der ZIB 2 vom Dienstag ergossen. Es würde da schon ein paar Mutmaßungen geben, warum nahezu alle Medien irgendwie gleichgeschaltet die kleine Kontroverse zwischen dem austro-kanadischen Industriellen und einer Staatsfunk-Moderatorin besprechen. Eine Erklärung könnte sein, dass relevante Medien pro Jahr aus dem Umfeld der Regierung und Parlamentsparteien um die (Untergrenze) 3 Millionen Euro via Inserate, Medienkooperationen, Beilagen und sonstige Segnungen der Steuergeldverbraterei zugeschanzt bekommen. Geld, das für viele Medien die Butter auf eine immer dünner werdende Brotscheibe ist. Aus diesem Umstand resultiert eine gewisse Devotheit in der Berichterstattung, oder vorauseilender Gehorsam. Der ORF selbst betreibt dieses Spiel noch um einiges perfider, fast jeder Steuerzahler wird noch zusätzlich zum Gebührenzahler versklavt, um diesen hochdefizitären staatlichen Informationsbetrieb zu subventionieren. Ein Unternehmen, wo jede Führungsposition mit politisch berechenbaren Personen besetzt wird. Wie soll in diesem Umfeld eine vorurteilsfreie Berichterstattung erfolgen? Dass den Unmut des Milliardärs eine interne Mail ausgelöst hat, die eine ORF Redakteurin versehentlich an seine Pressesprecherin gesendet hat, ist ein pikantes Detail.

Ich habe ein absolutes Nullverhältnis zu dem 1932 in Kleinsemmering bei Weiz als Franz Strohsack geborenen Unternehmer. Weder kenne ich ihn persönlich, außer dass ich ihm einmal Mitte der 2000er Jahre die Hand geschüttelt habe, noch kann ich seine Lebensleistung beurteilen und würde ihn wahrscheinlich auch nicht wählen, was wiederum damit zu tun hat, dass ich ohnedies kaum mehr zu einer Wahl gehe und somit meist zur stimmenstärksten Partei – der der Nichtwähler – gehöre. Vom 80jährigen Steirer könnten aber viele Politiker etwas lernen! Da ist einer am ZIB 2 Desk gesessen, der etwas zu sagen hatte, ein Mann, der sein Leben schon gelebt hat und der es nicht nötig hat, sich bei irgend jemandem anzudienen. Stronach ist wie er ist, er ist ein alter Mann, aber er hat Konturen, er hat Ecken und Kanten und er hat eine ungeschminkte Meinung. Und jetzt nehmen wir die aktuellen Spitzen der Parlamentsparteien zum Vergleich, größtenteils von ihrem Umfeld und Beratern deformierte Persönlichkeiten, die einstudierte Phrasen bis zur Bewusstlosigkeit wiederholen. Stehsätze, die sie oft selber nicht mehr glauben und die meistens nur zum Ergebnis haben, dass sich die Kluft zwischen ihnen und den Wählern noch weiter vergrößert.

Da gibt es einige Volksvertreter, die vom Onkel aus Amerika etwas lernen könnten! Wo kommt einer von denen so rüber, dass er Feuer unterm Hintern signalisiert, wo die Augen noch leuchten und wo es vielleicht auch mal sein kann, gegen den Strom zu schwimmen, statt sich bis zur Verkrümmung anzupassen. Der Gründer von MAGNA ist ein Typ zum Anfassen, er ist authentisch und dann hat er auch noch ganz nebenbei bewiesen, dass er etwas aus seinem Leben gemacht hat. Und da will ich unseren Staatsmännern und -frauen nicht zu nahe treten. Aber wer von denen hat einen Bezug zum wirklichen Leben? Ein Herr Faymann, dessen einzige Berufserfahrung ein Ferialpraktikum bei der damaligen Zentralsparkasse gewesen ist, der aber noch nie außerhalb des politischen Betriebes gearbeitet hat. Oder der amtierende Vizekanzler, der nach seiner Promotion Beamter wurde und dann Ministersekretär? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, die Liste könnte man ewig lange fortsetzen, auch die von mir genannten Personen arbeiten, tragen Verantwortung und bringen ihre Leistung. Aber ihr Leben ist vielfach entkoppelt von der Wirklichkeit, von der Lebensrealität der Menschen. Und da scheint der Begründer eines Unternehmens, das aktuell um die 90.000 Menschen beschäftigt, etwas näher an der Basis zu sein. Und nur weil er die Sprache des Volkes spricht, ist er noch lange kein geistig rückwärts gewandter Populist, auch das könnten manche Politiker von Frank Stronach lernen.

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