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Feuerfunken

Die Frage des Handels mit Fahnen hat in meinem bisherigen Leben keine wirkliche Priorität eingenommen. Das Business blieb von mir bislang unerforscht, wenn sie so wollen. Vielleicht hat dies auch damit zu tun, dass vor gar nicht all zu langer Zeit zu viele Fahnen im deutschen Land gehangen sind, die einigen Menschen den Blick verstellt haben. Über diese Symbole möchte ich aber nicht sprechen. Es gibt ja glücklicherweise Fahnen, die all diese Irrungen und Wirrungen der Geschichte überlebt haben. Staatsfahnen, Bundesfahnen, Landesfahnen, Gemeindefahnen, Vereinsfahnen, Zunftfahnen, Kirchenfahnen, Parteifahnen oder beispielsweise Truppenfahnen. Nicht zu vergessen sind selbstverständlich die weißen Fahnen für den beziehungsmäßigen Alltag, die ihren Ursprung als Schutzzeichen des Kriegsvölkerrechts im Artikel 32 der Haager Landkriegsordnung gefunden haben. Aber das wussten Sie ohnedies! Diese von mir genannten Stofflappen sind häufig “ein leeres oder mit Bildern oder Symbolen versehenes, meist rechteckiges Stück Tuch, das an einem Fahnenmast oder einem Fahnenstock” befestigt ist, wie in Wikipedia erklärend formuliert nachgelesen werden kann.

Naveed Haider – nicht verwandt mit dem Haider, der bei uns die Sonne vom Himmel fallen ließ – geht einem interessanten Business nach. Er verkauft in seiner Heimat Pakistan Fahnen an Demonstranten, präziser formuliert sind es US-Flaggen. Und das Geschäft boomt, tut doch die einstige Großmacht alles dazu, um sich als Feindbild aufzubauen. Viele Drohnenangriffe des US-Militärs wurden bei den Betroffenen gar nicht für gut befunden und ebenso andere Nettigkeiten des selbsternannten Schutzpatrons der Welt. Ein Klima der Entspannung sieht anders aus. Es gehört zum guten Ton der Demonstranten, den mit Sternen und Streifen bestückten Banner idealerweise vor laufender Kamera zu verbrennen. Wenn islamistische Wutbürger aufmarschieren, dann ist das der dramaturgische Höhepunkt! Ein 22-jähriger Islamist erzählte der “Welt”, dass das ja kein Verbrechen sei, sondern “einfach eine Art, unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen”. Der Manager der Panaflex-Druckerei fügt dem hinzu: “Jedes Mal, wenn hier demonstriert wird, verzehnfachen sich meine Einnahmen“. Um ungerechnet zwei bis zehn Euro werden so tausende Fahnen an den Mann gebracht, manchmal auch an die Frau.

Seit ich diese Geschichte gelesen habe, beschäftigt mich nur mehr die Frage, welche Flaggen ich in meinem geplanten Shop anbieten könnte. So drei Quadratmeter große Stoffflaggen mit der Garantie, dass sie auf keinen Fall feuerresistent sind, wären das Basisprodukt, das je nach Anlass dort gestaltet und erworben werden könnte. Für den richtigen Gebrauch im Umgang mit der Fahne könnte man noch als Zusatzdienstleistung ein paar Leihislamisten anbieten, die dann je nach Grad der Empörung für die richtige Stimmung bei Demonstrationen sorgen. Anlässe gäbe es ja genug, wo mal symbolhaft ein paar Flaggen abgefackelt werden könnten. Beispielsweise ein schöner Fahnenkorso durch Wien mit tausenden von EU Fahnen und die Verbrennung als Höhepunkt des Umzugs, der symbolhaft dafür steht, den Herrschaften in Brüssel einmal Feuer unterm Hintern zu bereiten. Oder wenn ich an unseren schweigsamen Bundeskanzler denke, der sich durch so eine Aktion vielleicht eher erwärmen hätte können, um vor dem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort zu stehen. Man stelle sich tausende von Fahnen mit seinem grinsenden Konterfei vor, die bei einer Kundgebung kurzzeitig erleuchten würden. Das Potenzial ist eindeutig vorhanden, und die Anlässe werden täglich mehr, dafür sorgt schon die Politik selbst. Feuer selbst ist ja per se nichts Negatives, die kalte Jahreszeit lässt es uns ohnehin kaum erwarten, die wärmende Wirkung zu spüren. Und es soll ja bekanntlich Fälle geben, wo reichlich Feuer irgendwann den Funken hat überspringen lassen.

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